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Dokumentation über die Teilnahme unserer
Schule am Projekt:
"Spuren Suchen - Brücken bauen"
- Schulen begegnen ehemaligen Zwangsarbeitern
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| Keine Woche,
wie jede andere!
- Die Woche vom 28.04. - 03.05.2002
aus der Rückschau
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Die Vorplanung der Programmgestaltung dieser Woche
war mit vielen Fragezeichen einher- gegangen. Es war
wirklich ein Projekt des "Spuren Suchens",
denn bis wenige Tage vor Ankunft unserer Gäste
wussten wir nichts über ihre Herkunft und ihre
persönlichen Schicksale im 2. Weltkrieg. So war
z.B. völlig offen, ob sie zu dem Paderborner Raum
als ehemalige Zwangsarbeiter eine direkte Beziehung
hatten, was ja für die Programmplanung nicht uninteressant
war.
Im Nachhinein kann man sagen, dass diese Woche in der
Mischung eines Programms aus offiziellen und persönlichen
Begegnungen sehr viel positive Resonanz auf Seiten der
Gäste und der Gastgeber gefunden hat. Dass die
Programmgestaltung auch noch durch unsere Gäste
überraschende Impulse erhielt, ist ein in der Erinnerung
ein besonders erfreulicher Aspekt.
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| Montag
29.04.02 |
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Die Mitglieder der Schulleitung und
die Schulpflegschaftsvors. begrüßen unsere
Gäste aus Belarus
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Gesprächsrunde in der Aula mit
Schülern des 9. Jgs. - Die Zeitzeugen berichten
aus Ihrem Leben
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Schüler suchen im Anschluss das
persönliche Gespräch, besonders Schüler
aus der ehemaligen UdSSR, dt. Aussiedlerfamilien
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Da waren die 3 Gesprächsrunden mit Schülerinnen
und Schülern der Jge. 9 - 12. In den individuellen
Stellungnahmen der einzelnen Schüler/-innen wird
sehr viel Anerkennung der persönlichen Schicksale
und Lebensleistungen der beiden Zeitzeugen deutlich.
Man ist beein-druckt von der positiven Grundeinstellung
der Gäste gegenüber ihrem Gastgeberland und
seinen Menschen.
Der Empfang beim Bürgermeister im historischen
Rathaus bildet für unsere Gäste ein besonderes
Erlebnis. Sie erfahren dort, dass die Stadt ihre Vergangenheit
mit ehemaligen Zwangsarbeitern wissenschaftlich aufarbeiten
lässt.
Eine Stadtführung mit Günther Bitterberg ist
immer ein Erlebnis! Er vermittelt unseren Gästen
ein besonders eindrucksvolles Bild des historischen
Stadtkerns, wobei ihm insbesondere die Geschichte der
ehemals in Paderborn lebenden Juden am Herzen liegt,
die in der Zeit des Nazi-Regimes gelitten haben. Darüber
hinaus ist er mit verschiedenen Projekten im Zusammenhang
mit den "Kindern von Tschernobyl" - den Opfern
der Reaktorkatastrophe - auch schon mehrmals in der
Heimat unserer Gäste gewesen.
Ein Abend in geselliger Runde im Hause Beer schließt
unsere Gäste schnell in eine lockere, freundschaftliche
Stimmung mit ein. Das wird noch dadurch unterstützt,
dass Fr. Striegel, ein Mitglied unseres Fördervereinsvorstandes
perfekt russisch spricht.
Der 1. Mai wird ein "Feiertag" im besonderen
Sinne:
Am Morgen hat der Verein "Wider das Vergessen und
für mehr Demokratie" durch seine Vorsitzende,
Fr. Büttner, auf die Wewelsburg eingeladen. Diese
nach den Plänen H. Himmlers geplante Kultstätte
des Nazi-Regimes ist ein besonderer Ort und das ehemalige
KZ Niedernhagen stellt in diesem Themenzusammenhang
einen konkreten Bezug her zu den Erfahrungen unserer
Gäste. Es ist für sie von besonderer Bedeutung
zu erfahren, dass dieser Verein vor 4 Jahren am 02.
April, dem Gedenktag an die Befreiung des Lagers, von
zunächst 10 jungen Leuten ins Leben gerufen wurde.
Sie haben sich zum Ziel gesetzt, die Erinnerung an die
Vergangenheit wachzuhalten, um für die Zukunft
daraus die notwendigen Lehren zu ziehen.
Am Nachmittag kommt es in "Ewers Mühle"
zu einer Familienzusammenführung der besonderen
Art. Ljubovs Tochter Elena ist seit ungefähr 1
Jahr mit einem Deutschen verheiratet und lebt mitten
im Ruhrgebiet. Ljubov lernt ihren Schwiegersohn, den
sie bisher nur vom Telefon kennt, zum ersten Mal persönlich
kennen. Man entschließt sich spontan, den freien
Teil des Tages bis zum Beginn des Abschlussseminars
in Iserlohn gemeinsam zu verbringen. Am Abend desselben
Tages gibt Arkadij in gemütlicher Runde ein Geheimnis
preis:
Sein Geburtsdatum ist nicht wie aus den Projektunterlagen
für uns ersichtlich der 25. Juli 1934, sondern
der 1. Mai 1934. Er habe dieses Datum aus Gründen
der Möglichkeit der Armeedienstverweigerung nie
bekannt gegeben und folgedessen auch nie gefeiert. Jetzt
feiern wir seinen regulären Geburtstag zum ersten
Mal und dann gerade in Deutschland.
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| Dienstag
30.04.02 |
Donnerstag
02.05.02 |
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Gesprächsrunde am folgenden Tag
mit Schülern der Jge. 10 und 12. Auch hier suchten
die Schüler anschließend das
persönliche Gespräch.
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Mitglieder der Schulleitung, des Fördervereins, der
Schulpflegschaft und Kollegen verabschieden unsere
Gäste, aber nicht ohne Abschiedsgeschenke. |
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Der Abschied aus Paderborn fällt allen Beteiligten
schon sichtlich schwer. Man empfindet es wie einen Abschied
von guten Freunden, die man aber gern wiedersehen möchte.
Das Abschlussseminar in Iserlohn bringt für alle
Teilnehmer noch einmal eine besondere Erfahrung. Der
Austausch über das in dieser Woche Erlebte zwischen
Schülern, Lehrern, Eltern und den Gästen aus
Belarus und der Ukraine ist sehr eindrucksvoll. Man
hat als Beobachter und Beteiligter das Gefühl,
dass an allen Orten (33 Schulen in der Bundesrepublik)
viele neue Freundschaften entstanden sind.
Heinz Dobler
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